- Sein Leben
Das
Hamannstift trägt den Namen eines Zöllners, denn das ist Hamanns Beruf
gewesen. Beamter bei der Königlichen Zollverwaltung in Königsberg.
Johann Georg Hamann wurde am 27.8.1730 in Königsberg
(Preußen) geboren und studierte seinen vielseitigen Interessen folgend
- ohne je ein Examen zu machen. Er war Hauslehrer bei kurländischen
Adelsfamilien, fuhr 1757 in handelspolitischer Mission nach London und
verlor sich dort, bis er schließlich zur Bibel fand. Nach seiner
Rückkehr nach Deutschland ergriff er den "bürgerlichen" Beruf des
Philosophen, unter dessen Fron er sein ganzes weiteres Leben seufzen
sollte. Als Erwecker und guter Freund von Herder und manch anderem
korrespondierte er mit Größen seiner Zeit und folgte schließlich 1787
dem Ruf des literarischen Freundeskreises um die Fürstin Gallitzin und
reiste nach Münster, wo er am 21.6.1788 starb.
- Sein Wesen
Wie sein Leben, so trägt auch sein Werk den Stempel des Ungewöhnlichen,
Außer-Offiziellen. Er verfaßte kleine Flugschriften, die sich jeweils
an einem konkreten Anlaß entzündeten. Hamann wurde durch Schriften,
Briefe und persönlichen Umgang zu einem der großen Anreger der
deutschen Geistesgeschichte. Das Zentrum seines Wesens und seiner
Bedeutung aber erfaßt sein Beiname und Ehrentitel: "Magus im Norden".
- Seine Lehre
J. G.
Hamann war "einer der bedeutendsten christlichen Philosophen seit dem
Ausgang des Mittelalters..."(Phil. Wörterbuch, Schischkoff, 1991). Er
entwickelte einen Kulturbegriff, der die Bildung der Menschheit zur
Humanität ins Zentrum stellt. Im Gegensatz zu den englischen
Genieästhetikern Shaftesbury und E.Young galt ihm die Intuition und
nicht (wie von den dt. Aufklärungsphilosophen vertreten) die Vernunft
als eigentliche Quelle menschlicher Erkenntnis.
- Seine Werke
Er
entdeckte auch für die deutschsprachige Literatur den Wert der Sprache
eines Shakespeares. Außerdem war er von großem Einfluß auf den mit ihm
befreundeten Herder. Dieser wiederum vermittelte die Lehren an Goethe
und die Romantiker. Seine Hauptwerke waren: ›Sokratische
Denkwürdigkeiten‹ (1759) und ›Kreuzzüge des Philologen‹ (1762) [enthält
ein ›Aesthetica in nuce‹].
- Sein Grab
Hamanns
letzte Ruhestätte (Fotos zum Vergrößern anklicken) befindet sich heute
auf dem historischen Überwasser-Friedhof am Garten des Münsteraner
Schlosses. Für eine Kartenansicht hier klicken.
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